Fernsehen, wie es sich mit acht anfühlte
Fernsehen hatte früher einen Anfang. Und ein Ende. Dazwischen saß man da, pünktlich, weil man wusste: Läuft’s vorbei, ist es vorbei.
Samstagmorgen. Man war schon wach, bevor der Sender überhaupt sendete, und wartete auf das Testbild, das irgendwann dem Zeichentrick wich. Kein „später ansehen“. Wer verschlief, hatte die Folge verpasst, und auf dem Schulhof wussten am Montag alle, was passiert war.
Nachmittags Serien, immer zur selben Zeit, immer in derselben Reihenfolge. Abends um 20:15 der Film. Und wer um 20:40 aus dem Bad kam, hatte den Anfang eben verpasst. Genau deshalb saß man pünktlich da: Ein Programm, das man verpassen kann, ist eins, für das man sich hinsetzt.
Und dann der Teletext. Seite 100 auswendig. Drei Ziffern getippt und gewartet, bis die Seite umlief. Die klobige Fernbedienung mit den Gummitasten. Das kurze Rauschen zwischen zwei Kanälen. Ein Bild, das nie ganz ruhig stand.
Heute liegen 4.000 Filme auf dem eigenen Server, und man scrollt eine halbe Stunde durch Kacheln, um am Ende doch nichts zu gucken. Die grenzenlose Auswahl hat das Fernsehen ersetzt. Und irgendwie auch abgeschafft.
90sTV dreht das zurück. Es macht aus deiner Jellyfin-Mediathek Kanäle, die einfach laufen. Du schaltest ein, und es läuft schon, mittendrin, wie damals. Du kannst wieder etwas verpassen. Und ja: Es rauscht, es flimmert, der Teletext ist zurück, und das Handy wird zur klobigen Fernbedienung.
Kein Streaming-Dienst, kein Konto, keine Cloud, keine Werbung, die dich vermisst. Es sind deine Filme, dein Server, dein Wohnzimmer, nur serviert, wie es sich mit acht angefühlt hat: Man setzte sich hin, und das Fernsehen entschied, was läuft.
Einschalten statt aussuchen. Deshalb gibt es 90sTV, für Mac, Apple TV und iPad.